Die barocke Maskenbühne
 
Theater der Klänge zeigt in atemberaubender Perfektion sein "barockes Maskentheater". Das Neue dieses Theaters hat mit den Trends des Zeitgeistes nichts im Sinn. Das, was auf der Bühne so fremdartig und bizarr wirkt, als komme es aus der Zukunft, sind in Wahrheit phantastische Ideen aus tiefster Vergangenheit. Vor ständig wechselnden kunstvoll bemalten Prospekten von italienischen Landschaften, in wunderschön gearbeiteten Kostümen weckt das Theater der Klänge Erinnerungen an alte Theatertugenden. Es ist ein Fest für die Sinne, es wird gespielt, getanzt, Quatsch gemacht und nach Herzenslust übertrieben geschauspielert, daß die Holzbühne wackelt.
Westdeutsche Zeitung
 
 
Das erweist sich als wahrer Augen- und Ohrenschmaus. Stilvoll bis ins Detail geht es auf der knallroten Wanderbühne zu, in einem bunten Feuerwerk von deftigen Späßen, stillen Pantomimen und lustigen Pannen, mit Harlekinaden, Narren, Venezianern, sowie weiteren komischen Figuren. Ohne eine zusammenhängende Geschichte wird man hier zwei Stunden lang nach bester Commedia dell'Arte Manier auf das vergnüglichste unterhalten. Lambranzis barocke Ideen erweisen sich als sehr lebensfrisch - dank einer Truppe überaus talentierter Theaterleute und einer üppigen Ausstattung, wie man sie in dieser Pracht bei einem freien Ensemble kaum erwartet hätte.
Rheinische Post
 
 
Was prächtige Vorstellungen, dichte Atmosphäre und große Erfolge verspricht - das ist beim preisgekrönten Ensemble vom "Theater der Klänge" auch im neuen Stück 'die barocke Maskenbühne' wieder geboten. So mag Theater gewesen sein - im Jahr 1716, als Gregorio Lambranzi "Die neue und curieuse, theatralische Tantz-Schul" auf der Bretterbühne seiner Gaukler-Truppe darbot. Der Vorhang knallig rot. Ein Holzpodest, das ewig knarrt und daneben ein paar Musikanten, die in Maske und Umhang auch kleine Rollen übernehmen. Der Theatergruppe als Großfamilie war eine Trennung von Musik und Getanz, von Alberei und Grazie unbekannt. Bestechend wie diese Mischung hier wieder gelang. Grotesk, wie gespreizt das damals höfische Tanzgebaren wirkte. Bewundernswert die Detailtreue bei Masken und Kostümen, die spürbare Lust in Musik und Bewegung.
Neue Rhein Zeitung
 
 
Daß das nicht oder nur wenig museal wirkt, liegt nicht nur daran, daß ein unverschüttetes, ballastfreies Theater als ursprüngliches Phänomen aus Spiellust und Verwandlungstrieb wieder sichtbar wird, sondern auch an dem Ernst und der Frische, mit denen die meist jungen professionell ausgebildeten Künstler arbeiten. Ein Abrakadabra von Erhabenem, ironisch umzirkelt, Komischem und Groteskem oder, wenn man so will, eine Revue alter Spiel- und Tanzelemente. Es wäre nicht unverdient, daß dieses seriöse Versuchstheater an Breitenwirkung gewinnt.
Opernwelt
 
 
In einer Collage von 18 Szenen wurden die Komponenten Schauspiel, Musik und Tanz zusammengefügt: zu einer Aufführung im Stil jener Zeit, da umherwandernde Berufsschauspieler ihr Können auf Marktplätzen feilboten. Das bunte Spektakel kam in Heidelberg gut an: Lang anhaltender Applaus nach dem Finale, das die Komplexität des Theaters durch das Nebeneinander aller Darstellungsformen nochmals hervorhob.
Mannheimer Morgen
 
 
Das sich das Theater nicht im perfekten Dekor erschöpft, ist nicht zuletzt der Spielfreude der hochbegabten Truppe zu verdanken. Die acht Spieler und Tänzer schlüpfen im fliegenden Wechsel in alle Masken der Commedia dell' Arte. Bewundernswert ist, wie genau sie dabei das typisch italienische Temperament dieser alten Theaterform treffen. Durch die Szenen führen der Tanzmeister Lambranzi und seine Frau. In ihrem amüsanten Konkurrenzkampf verkörpern sie, was auch in den anderen Szenen ständig neu variiert wird: den Geschlechterkampf. Selten wird dieses immer wieder moderne Thema mit so leichter Hand präsentiert.
Rheinische Post (zur Heidelberger Fassung)
 
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  25 Jahre THEATER DER KLÄNGE