Trias
 
Fest in Form und Farbe
Schon in ihrer allerersten Produktion vor 28 Jahren hat sich die Düsseldorfer Gruppe THEATER DER KLÄNGE als Bauhausexperten etabliert. Mit dieser Produktion knüpfen sie daran an und tatsächlich kann man sich kaum ein besseres Remake des triadischen Balletts vorstellen als ihre famose Adaption. Ein zeitgenossisch reflektierter Meta-Schlemmer aber eben auch ein liebevolle historische Hommage.
Nicole Strecker
www.wdr3.de/buehne/oskarschlemmer110.html
 
 
"Trias" feiert Premiere im FFT Juta
Das Düsseldorfer "Theater der Klänge" stellt in diesen Tagen eine zauberhafte Neuinterpretation im FFT Juta vor. Der Andrang ist riesig. Bei der ausgebuchten Premiere vertrauten einige Besucher ohne Karte auf ihr Glück, manche harrten eine Stunde an der Kasse aus. Auch die Veranstaltungen an diesem Wochenende sind bereits ausverkauft.
"Trias" beschert dem Publikum eine außergewöhnliche Reise voller Poesie und Humor. Die Inszenierung von J.U. Lensing unter der choreografischen Leitung von Jacqueline Fischer hält sich exakt an die vorgegebene Folge von elf Szenen.
Es treten phantasievoll ausstaffierte Figuren auf: der Zylindermann, die Glockenpuppe, die Scheibentänzer, die Drahtleuchtfigur, die wie eine strahlende Sternenfee über die schwarze Bühne schwebt. Als Cello-Clown und Herrscher über ein komplettes Mini-Orchester, das er am Leib trägt, zitiert Kai Bettermann die Revuen der "Golden Twenties".
Nur das Schlussbild entfernt sich mit einer eigenen Interpretation von Schlemmers Abstraktions-Idee. Phaedra Pisimisi, Elisa Marschall und Darwin Diaz lassen ihre roten, gelben und blauen Reifröcke nur so fliegen. Hier schweigt die Musik, nur das Rascheln des Stoffes ist zu hören. Bis sich die drei aus ihren strengen langen Roben schälen und ihr heiteres körperbetontes Spiel entfalten.
Ein stimmiger Schlussakkord für dieses erquickliche Ballett, das die Lebensfreude der 1920er Jahre und die unbändige Lust auf tänzerische Bewegung feiert. Der Musik kommt eine ebenbürtige Rolle zu. Wenn sie sich mitunter verselbständigt, spürt man erst recht, wie brillant Thomas Wansing (Klavier, Percussion), Beate Wolff (Cello) und Oliver Eltinger (Schlagzeug) aufspielen. Lautstarken Jubel aus dem Publikum gab es am Ende für alle Beteiligten.
Rheinische Post
www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/kultur/tanz-wie-zu-
 
 
Ein Augenschmaus für Schlemmer
Das Publikum im Düsseldorfer Forum Freies Theater ist begeistert - ähnlich wie vor fast 100 Jahren, als Oskar Schlemmer sein "Triadisches Ballett" aus der Taufe hob. Die Figurinen mit Tellertutu oder Tauchermaske, Zylindern oder Kugeln gleiten über die leere Bühne, entfachen tiefsinnigen Ernst oder Heiterkeit.
Musikalische und szenische Clownerien, die überwiegend durch die 18 grotesk surrealen Kostüme entstehen und mit zweiter und dritter Dimension spielen, ziehen in knapp 90 Minuten vorüber. Inszenierung (Jörg U. Lensing) und Choreografie (Jacqueline Fischer) orientieren sich am Original und an der Ästhetik der 20er-Jahre, wie auch die farbenfrohen Kostüme von Caterina di Fiore und die musikalische Begleitung von Thomas Wansing. Cello, Klavier, Perkussion und Schlagzeug treiben zwölf skurrile Szenen an, die bis heute als Meilensteine der Kunst gelten.
Fazit: Wenn diese tänzerisch reduzierte Performance auch eher ins Museum passt, so kann man sie doch Freunden des Balletts und der Bildenden Kunst empfehlen.
Hans-Georg Müller
www.derwesten.de/kultur/ein-augenschmaus-fuer-schlemmer-aimp
 
 
Ballett "Trias" in Düsseldorf: Fest der Formen und Farben
Am Ende ist die Tanzwelt wieder im Lot. Vor dem Finale des Kammerballetts "Trias" streifen die drei Tänzer ihre Kleider im Farbdreiklang von Rot, Blau und Gelb ab und zelebrieren eine raffinierte Akrobatik-Nummer. So geht Tanz heute! Zuvor entspann sich ein "Fest in Form und Farbe", wie es der Bauhauskünstler Oskar Schlemmer vor fast 100 Jahren für sein "Triadisches Ballett" angedacht hatte.
Die starr geometrischen Kostüme von damals milderte das Düsseldorfer Theater der Klänge bei der Premiere der Neuinterpretation am Mittwoch durch geschmeidigere Materialien und weiche Polsterungen ab. Dass der menschliche Körper sich nicht in ein völlig starres Korsett zwängen lässt, war die liebenswerte Antwort des kleinen Düsseldorfer Ensembles. Das Premierenpublikum spendete lang anhaltenden Applaus.
Leise, mit eleganter Armgestik und leichtem Trippeln auf der Stelle begann Phaedra Pisimisi im Rundrock die zwölfteilige Szenenfolge fast elegisch. Klar wie eine Bachsche Invention klang dazu die Begleitung des Komponisten Thomas Wansing auf dem Klavier. Wie ein Crescendo steigerten sich Musik und Bewegung.
Grandios die feurige Spirale 2 (Elisa Marschall)! Edel die metallischen Scheiben im Profil (Pisimisi, Darwin Diaz). Die Musik, nun ergänzt von Cello (Beate Wolff) und Schlagzeug (Oliver Eltinger), laviertezwischen sehr moderater Moderne und fetzigen, motorischen Jazz-Passagen. Die Tänzer kokettierten und triumphierten, gelegentlich erfrischend spitzbübisch, über ihre steifen Körper-Requisiten.
Marie-Luise Jeitschko
www.tanznetz.de/blog/26799/schlemmer-reloaded
 
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  25 Jahre THEATER DER KLÄNGE