Jubiläum
 
Hinter dem programmatischen Titel "Jubiläum" verbirgt sich ein gewaltiges, an die unterschiedlichsten Kulturen anknüpfendes Repertoire über den Sinn und Unsinn des Feierns, über das ABC der Anlässe und seiner Rituale. Die zehn Darsteller des Ensembles (und das sind genauso viele Nationalitäten!) sind zugleich Musiker und Tänzer, sind Verwandlungskünstler, die innerhalb weniger Sekunden ihre Rollen wechseln, die die versteinerte Visage eines Yuppies ebenso wie den zappelnden Raver aufs Parkett legen. "Jubiläum" ist eine Collage, die entführt in ferne Regionen und Traditionen, deren Rhythmus und Farben betören. Messerscharf die Eigentümlichkeiten ihrer verschiedenen Landsleute unter die Lupe nehmend, werden aber auch bekannte Klischees und Gebräuche derart treffsicher und komisch inszeniert, daß sich der Zuschauer vor Lachen den Bauch hält. (...) Wirklich eine Erfrischung, nicht nur einen ungewöhnlichen Theaterabend zu erleben, sondern äußerst humorvoll mit Ritualen kaum bekannter Völkergruppen vertraut zu werden.
Foyer, Essen
 
 
Die Darsteller, die aus 9 verschiedenen Nationen stammen, gaben interessante Einblicke in Festrituale anderer Kulturen. Ob Bar-Mitzwa, das schwedische Lucia-Fest oder eine japanische Teezeremonie - die Unterschiede zwischen den Kulturen zeigen sich auch in ihren Festen. Insgesamt ein unterhaltsames Bühnenfest mit glänzenden Akteuren.
WAZ, Essen
 
 
Mit so geballter Power wie in "Jubiläum" hat die freie Düsseldorfer Gruppe "Theater der Klänge" ihre spartenübergreifende Arbeit noch nie präsentiert. Die neue Produktion verdeutlicht auch die multikulturellen Intentionen des international besetzten Ensembles. Der minutenlange Applaus am Ende der fast zweistündigen, pausenlosen Folge von Parties, Festreden, Folklore, Trauerritualen und Orgien galt sicher nicht nur den zehn Darstellern aus fast ebensoviel Nationen und dem Regieteam unter Jörg U. Lensing. Er artikulierte wohl auch den Respekt vor der immensen Leistung des "Theaters der Klänge", das sich zäh und originell in der Kulturszene behauptet, trotz des Handicaps, noch immer als "Wandertruppe" ohne feste Adresse arbeiten zu müssen. "Jubiläum" ist ein Bilderbogen über die Kultur des Feierns - witzig, parodistisch und unterhaltsam, (...) Wie der Abend dann doch noch heiter mit Bacchus und von oben herab lächelnder, fächelnder Hollywood-Diva endet. Da gelingt den meist sehr eigenwilligen Theaterleuten ein grandios filmisch überlappender Übergang zum Finale.
Ballett Journal
 
 
Atemlos und international, im Takt einer Tanzrevue, präsentierte sich das "Stück über die Kultur des Feierns", inszeniert vom "Theater der Klänge" zum zehnjährigen Jubiläum. Die jubilierende Freude der Akteure, mit der sie Rituale, Volks- und Gedenktänze aller Herren Länder auf die Bretter brachten, riß das Publikum im ausverkauften Pantheon mit.
Neue Rhein Zeitung
 
 
Welchen Aspekt auch immer es zum Thema Feiern, Fest und Freude geben mag, beim "Jubiläum" wird er geboten. Das "Theater der Klänge" entwirft ein Kaleidoskop, das so ziemlich alle Traditionen und Riten, Umzüge und Aufmärsche, Ehrungen, Anerkennungen und was es sonst noch so an wichtigen und würdevollen Ereignissen auf der Welt überhaupt gibt, aufzeigt. (...) Auf die Idee muß man erst einmal kommen, nämlich das Alphabet in Sachen Festivitäten durchzubuchstabieren, wie es Clemente Fernandez wortgewandt und textsicher tat - von M wie Muttertag bis zu X wie Xylophonkonzert und Z wie Ziviltrauung war er auch bei den abwegigsten Buchstaben nie um eine Antwort verlegen...
Rheinische Post
 
 
(...) Hinter dem bühnenstürmischen Impetus verbarg sich jedoch nicht die in der freien Szene so oft verbreitete und so schwer verträgliche Hybris, das Rad neu erfinden zu wollen. Nein, das "Theater der Klänge" entpuppte sich in jeder seiner Produktionen als Gruppe bienenfleißiger Archäologen. Und als solche haben Lensing und seine Mitarbeiter bei ihrer Forschungsarbeit an traditionellen Bühnen- und Bewegungsvokabularen durchweg mehr Sinn als nur die Ausgrabungsarbeit: nämlich lebendige, in der Gegenwart heimische Kunst zu schaffen. (...) Die Arbeiten glänzten stets mit detailbesessener Bilderfülle, mit durchreflektierten dramaturgischen Gerüsten und einer Körperarbeit, die in solcher Präzision außerhalb des Tanzbereiches selten anzutreffen ist.
tanz aktuell/ballett international
 
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  25 Jahre THEATER DER KLÄNGE