Aktuelles  26.06.2017
 
bauhaus ballette
 
12. bis 15. Oktober 2017 im Capitol Theater Düsseldorf
 
Das heute legendäre Bauhaus veranstaltete 1923 seine erste große Ausstellung in Form der "Bauhauswochen". Oskar Schlemmer präsentierte in diesem Rahmen sein "Triadisches Ballett" im Nationaltheater Weimar, seine Studenten Schmidt, Teltscher und Bogler kreierten "Das mechanische Ballett" im Theater Jena. Anläßlich seines 30-jährigen Bestehens zeigt das THEATER DER KLÄNGE im Capitol Theater Düsseldorf erstmals eine Kombination der beiden Bauhaus Ballette in den Neufassungen von 1987 (Das mechanische Ballett) und 2015 (TRIAS - Das triadische Ballett). Beide Ballette wurden bis heute nie in einem Programm gezeigt.

Exemplarisch stehen sie für den Aufbruch des frühen Bauhaus und seiner konstruktivistisch, spielerischen Ausrichtung in den 1920er-Jahren. Das mechanische Ballett und Trias vom Theater der Klänge wagen eine Neuinterpretation mit den tänzerischen und musikalischen Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts. Dabei beleben beide Ballette das Erbe der klassischen Moderne, aber auch den Geist der "wilden, befreiten und fröhlich feiernden" zwanziger Jahre wieder.

Capitol Theater Düsseldorf, Erkrather Straße 30, 12. bis 15. Oktober 2017
 
Capitol Theater: Eintrittskarten
 
TRIAS Musik seit 17. Oktober 2016 auf CD erhältlich
 
Release der CD am Samstag, 17. Oktober im THEATER DER KLÄNGE Studio
 
Oskar Schlemmer stellte 1919 ein weitestgehend gut dokumentiertes Repertoire von Klaviermusiken (u.a. Händel, Mozart, Haydn, Bossi) zusammen, welches sich aus der klassisch-, romantischen Literatur bediente. Dies zum einen, da er immer damit rechnen mußte ggf. selber am Klavier zu sitzen, zum anderen aber auch da sich seinerzeit kein Komponist anbot mit ihm an einer adäquaten Musik für das triadische Ballett zu arbeiten.

Die einmalige Zusammenarbeit mit Paul Hindemith 1926 zu einer Musik für mechanische Orgel, war für Schlemmer nicht befriedigend, da sie zum einen nur Teile des triadischen Balletts vertonte und dies weitestgehend unabhängig von gemeinsamen Proben mit den Tänzern. Die Musik Hindemiths ist darüber hinaus weitestgehend verloren und von daher kaum rekonstruierbar.

Für die ersten beiden Neu-Interpretationen des "triadischen Balletts" 1968 in Stuttgart und 1977 in Berlin wurden neue Ballett-Musiken in Auftrag gegeben, die beide vom spielerischen Charakter der von Schlemmer ausgewählten Musikstücke stark abweichen.

Der Ansatz zur Neukomposition einer Musik für ein "triadisches Ballett" 2014 ging daher von dem aus, was Schlemmer auch zur Verfügung stand. Wenige unverstärkte Instrumente (Klavier, Soloinstrument, Percussion), die miteinander zum Tanz musizieren. Dabei war jegliche Klanglichkeit erlaubt (auch neue Spieltechniken), die direkt mit diesen Instrumenten erzeugt werden kann. Dies immer in direkter Abhängigkeit oder als Rhythmus- und Impulsgeber für die tanzenden Figurinen. In den "abstrakten" Szenen erweitert sich die Klanglichkeit durch behutsamen Gebrauch elektronischer Modulationen der Instrumentalklänge.

Die Musik wurde vom Komponisten Thomas Wansing quasi als Korrepetitor am Klavier in den Ballet-Proben des THEATERs DER KLÄNGE im Winter 14/15 simultan mitentwickelt und "maßgeschneidert" für die einzelnen Szenen. Im dritten Akt erweitert sich die Tanzmusik nach der jeweiligen Szene um einen kurzen konzertanten Teil, die auch in den Live-Aufführungen gegeben werden.

Für die Einspielung auf CD hat der Komponist die Instrumental-Studioaufnahmen teilweise mit Soundsamples und zusätzlicher Percussion im Editing angereichert, um dem Klangeindruck mehr Dichte und Tiefe zu geben, als dies im Livespiel mit 3 Musikern möglich ist.

Die komplette neue Musik zu "TRIAS - Das triadische Ballett" ist seit 17. Oktober auf CD über den THEATER DER KLÄNGE Webshop erhältlich.
 
CD im Webshop
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